Jetzt kostenlos beraten lassen

Lesezeit: 6 Minuten

Treppenlift: Zuschüsse durch die Pflegekasse

Wenn ein Treppenlift dazu beiträgt, Ihre Selbstständigkeit im eigenen Zuhause zu erhalten, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss von der Pflegekasse erhalten. Die Pflegekasse ist ein eigenständiger Versicherungszweig unter dem Dach Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und unterstützt sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person.
Jetzt mehr erfahren

Pflegekasse oder Krankenkasse: Wer ist zuständig?

Die Pflegekasse gewährt einen Zuschuss für einen Treppenlift, wenn ein anerkannter Pflegegrad vorliegt. Voraussetzung ist, dass der Lift die Pflege zu Hause ermöglicht oder erleichtert oder Ihnen ein möglichst selbstständiges Leben erlaubt.

Häufig wenden sich Betroffene zuerst an die Krankenkasse. Sie ist aber für die medizinische Versorgung zuständig und übernimmt zum Beispiel Rollstühle oder Gehhilfen. Ein Treppenlift gilt dagegen als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Dafür ist die Pflegekasse zuständig.

Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt, aber ein eigener Träger (§ 46 SGB XI). Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch auch pflegeversichert.

Wie hoch ist die finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse?

Bei einem positiven Bescheid zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person.

Leben mehrere Menschen mit anerkanntem Pflegegrad im Haushalt, kann jeder den Zuschuss für dieselbe Maßnahme beantragen. Insgesamt sind so bis zu 16.720 € pro Haushalt möglich, das entspricht vier Anspruchsberechtigten.

Ändert sich die Pflegesituation wesentlich, etwa durch einen höheren Pflegegrad, kann ein weiterer Zuschuss beantragt werden.

Voraussetzungen für einen Zuschuss

Um einen Zuschuss der Pflegekasse für einen Treppenlift zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es liegt ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) vor.
  • Der Treppenlift dient der Verbesserung oder dem Erhalt der Selbstständigkeit oder erleichtert die häusliche Pflege.
  • Der Einbau stellt eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme dar.

Eine gesonderte ärztliche Verordnung ist nicht zwingend erforderlich, kann die Entscheidung der Pflegekasse jedoch unterstützen.

Was kostet ein Treppenlift mit Zuschuss?

Ein neuer Lift für eine gerade Treppe kostet etwa 4.500 bis 9.900 €. Nach Abzug von 4.180 € bleiben rechnerisch etwa 320 bis 5.720 € Eigenanteil. Bei einer kurvigen Treppe (etwa 10.000 bis 17.000 €) sind es etwa 5.820 bis 12.820 €.

Leben zwei Anspruchsberechtigte im Haushalt, sinkt der Eigenanteil um weitere 4.180 €. Einen vollständigen Überblick über Preise und Kostenfaktoren finden Sie auf unserer Seite zu den Treppenlift-Kosten.

Gilt der Zuschuss nur für den klassischen Treppenlift?

Die Pflegekasse fördert nicht ausschließlich klassische Sitzlifte. Je nach individueller Situation kommen auch andere Lösungen infrage, zum Beispiel:

  • Plattformlifte
  • Hublifte
  • Rollstuhllifte
  • Homelifte (Miniaufzüge)

Entscheidend ist, dass die Maßnahme geeignet, notwendig und wirtschaftlich ist. Die Pflegekasse übernimmt in der Regel die Kosten für die zweckmäßigste und kostengünstigste Lösung, die Ihren Bedarf ausreichend abdeckt.

Ist laut Einschätzung ein Sitztreppenlift ausreichend, wird in der Regel kein teurerer Homelift bewilligt.

Treppenlift bei der Pflegekasse beantragen

Ihr Ansprechpartner für den Zuschuss ist ausschließlich die Pflegekasse, nicht die Krankenkasse.

1. Pflegegrad beantragen (falls noch nicht vorhanden)

Auf Antrag bei Ihrer Pflegekasse erhalten Sie ein Formular zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt in der Regel ein Gutachtertermin in Ihrer Wohnung. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob und welcher Pflegegrad anerkannt wird.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Treppenlift Pflegekasse Antrag finden Sie hier.

2. Kostenvoranschlag einholen

Vor der Antragstellung sollten Sie einen Kostenvoranschlag von einem Fachanbieter einholen. Eine persönliche Beratung hilft dabei, eine geeignete und förderfähige Lösung zu finden.

3. Der Antrag auf Zuschuss erfolgt formlos, sollte jedoch schriftlich eingereicht werden. Beizufügen sind:

  • der Kostenvoranschlag
  • der Nachweis über den Pflegegrad
  • eine kurze Begründung, warum der Treppenlift erforderlich ist

Einige Fachanbieter unterstützen Sie bei der Antragstellung und der passenden Formulierung.

Wichtig:
Vergeben Sie den Auftrag erst nach der Bewilligung durch die Pflegekasse. Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Beteiligung des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen.

Welche Möglichkeiten habe ich im Falle einer Ablehnung?

Gegen einen ablehnenden Bescheid können Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Begründen Sie konkret, wobei der Treppenlift im Alltag hilft. Eine Stellungnahme von Arzt oder Pflegedienst stärkt den Widerspruch.

Bleibt es bei der Ablehnung, kommen andere Wege infrage, etwa der KfW-Kredit 159 oder regionale Förderprogramme. Mehr dazu unter KfW-Förderung und Zuschüsse für Treppenlifte.

Kostenlose Erstberatung vereinbaren

Mehr über Treppenlift-Kosten erfahren

Die Förderung der Pflegekasse kann die Anschaffungskosten deutlich senken. Dennoch unterscheiden sich die Preise je nach Treppenverlauf, Modell und Ausstattung erheblich. In unserem Kosten-Ratgeber zu den Treppenlift-Kosten erfahren Sie, welche Faktoren den Preis beeinflussen und mit welchen Gesamtkosten Sie rechnen sollten.

Treppenlift-Kosten ansehen
Wie viel zahlen Sie nach dem Zuschuss der Pflegekasse?Berechnen Sie Preis und Eigenanteil in fünf kurzen Schritten.
Eigenanteil berechnen →

Häufige Fragen zur Pflegekasse beim Treppenlift

Einfach für Sie erklärt:
Wie viel zahlt die Pflegekasse für einen Treppenlift?
Bis zu 4.180 € pro Person mit Pflegegrad. Leben mehrere Anspruchsberechtigte im Haushalt, sind für dieselbe Maßnahme bis zu 16.720 € möglich. Die Beträge gelten seit dem 01.01.2025 nach § 40 Abs. 4 SGB XI.
Wer hat Anspruch auf den Zuschuss?
Alle Menschen mit einem Pflegegrad von 1 bis 5, gesetzlich wie privat versichert. Der Treppenlift muss die Pflege zu Hause ermöglichen oder erleichtern oder ein möglichst selbstständiges Leben unterstützen.
Ist die Pflegekasse dasselbe wie die Krankenkasse?
Nein. Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt, aber ein eigener Träger (§ 46 SGB XI). Die Krankenkasse selbst zahlt keinen Treppenlift. Den Antrag richten Sie deshalb an die Pflegekasse.
Zahlt auch die private Pflegeversicherung?
Ja. Die private Pflegepflichtversicherung muss gleichwertige Leistungen erbringen wie die soziale Pflegeversicherung. Der Zuschuss wird dort in der Regel als Kostenerstattung ausgezahlt.
Muss der Antrag vor dem Kauf gestellt werden?
Ja, stellen Sie ihn vor der Auftragsvergabe. So kann die Pflegekasse die Maßnahme vorher prüfen und bewilligen. Unsere Anleitung zum Antrag zeigt die einzelnen Schritte.
Wie schnell entscheidet die Pflegekasse?
Innerhalb von drei Wochen nach Eingang des Antrags. Wird eine Pflegefachkraft oder der Medizinische Dienst beteiligt, sind es fünf Wochen. So regelt es § 40 Abs. 7 SGB XI.
Was kann ich tun, wenn die Pflegekasse ablehnt?
Sie können innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids schriftlich Widerspruch einlegen. Begründen Sie darin, warum der Treppenlift im Alltag nötig ist. Eine Stellungnahme von Arzt oder Pflegedienst kann helfen.
Lässt sich der Zuschuss mit anderen Förderungen kombinieren?
Ja, etwa mit dem KfW-Kredit 159. Zusammen dürfen die Förderungen die Kosten nicht übersteigen. Wer die Kosten zusätzlich steuerlich geltend macht, muss den Zuschuss abziehen. Mehr zur KfW-Förderung.
crossmenuchevron-upchevron-downarrow-downarrow-right