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Die Pflegekasse gewährt einen Zuschuss für einen Treppenlift, wenn ein anerkannter Pflegegrad vorliegt. Voraussetzung ist, dass der Lift die Pflege zu Hause ermöglicht oder erleichtert oder Ihnen ein möglichst selbstständiges Leben erlaubt.
Häufig wenden sich Betroffene zuerst an die Krankenkasse. Sie ist aber für die medizinische Versorgung zuständig und übernimmt zum Beispiel Rollstühle oder Gehhilfen. Ein Treppenlift gilt dagegen als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Dafür ist die Pflegekasse zuständig.
Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt, aber ein eigener Träger (§ 46 SGB XI). Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch auch pflegeversichert.
Bei einem positiven Bescheid zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € pro pflegebedürftiger Person.
Leben mehrere Menschen mit anerkanntem Pflegegrad im Haushalt, kann jeder den Zuschuss für dieselbe Maßnahme beantragen. Insgesamt sind so bis zu 16.720 € pro Haushalt möglich, das entspricht vier Anspruchsberechtigten.
Ändert sich die Pflegesituation wesentlich, etwa durch einen höheren Pflegegrad, kann ein weiterer Zuschuss beantragt werden.
Um einen Zuschuss der Pflegekasse für einen Treppenlift zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Eine gesonderte ärztliche Verordnung ist nicht zwingend erforderlich, kann die Entscheidung der Pflegekasse jedoch unterstützen.
Ein neuer Lift für eine gerade Treppe kostet etwa 4.500 bis 9.900 €. Nach Abzug von 4.180 € bleiben rechnerisch etwa 320 bis 5.720 € Eigenanteil. Bei einer kurvigen Treppe (etwa 10.000 bis 17.000 €) sind es etwa 5.820 bis 12.820 €.
Leben zwei Anspruchsberechtigte im Haushalt, sinkt der Eigenanteil um weitere 4.180 €. Einen vollständigen Überblick über Preise und Kostenfaktoren finden Sie auf unserer Seite zu den Treppenlift-Kosten.
Die Pflegekasse fördert nicht ausschließlich klassische Sitzlifte. Je nach individueller Situation kommen auch andere Lösungen infrage, zum Beispiel:
Entscheidend ist, dass die Maßnahme geeignet, notwendig und wirtschaftlich ist. Die Pflegekasse übernimmt in der Regel die Kosten für die zweckmäßigste und kostengünstigste Lösung, die Ihren Bedarf ausreichend abdeckt.
Ist laut Einschätzung ein Sitztreppenlift ausreichend, wird in der Regel kein teurerer Homelift bewilligt.
Ihr Ansprechpartner für den Zuschuss ist ausschließlich die Pflegekasse, nicht die Krankenkasse.
Auf Antrag bei Ihrer Pflegekasse erhalten Sie ein Formular zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt in der Regel ein Gutachtertermin in Ihrer Wohnung. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob und welcher Pflegegrad anerkannt wird.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Treppenlift Pflegekasse Antrag finden Sie hier.
Vor der Antragstellung sollten Sie einen Kostenvoranschlag von einem Fachanbieter einholen. Eine persönliche Beratung hilft dabei, eine geeignete und förderfähige Lösung zu finden.
Einige Fachanbieter unterstützen Sie bei der Antragstellung und der passenden Formulierung.
Wichtig:
Vergeben Sie den Auftrag erst nach der Bewilligung durch die Pflegekasse. Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Beteiligung des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen.
Gegen einen ablehnenden Bescheid können Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Begründen Sie konkret, wobei der Treppenlift im Alltag hilft. Eine Stellungnahme von Arzt oder Pflegedienst stärkt den Widerspruch.
Bleibt es bei der Ablehnung, kommen andere Wege infrage, etwa der KfW-Kredit 159 oder regionale Förderprogramme. Mehr dazu unter KfW-Förderung und Zuschüsse für Treppenlifte.
Die Förderung der Pflegekasse kann die Anschaffungskosten deutlich senken. Dennoch unterscheiden sich die Preise je nach Treppenverlauf, Modell und Ausstattung erheblich. In unserem Kosten-Ratgeber zu den Treppenlift-Kosten erfahren Sie, welche Faktoren den Preis beeinflussen und mit welchen Gesamtkosten Sie rechnen sollten.